Das Schlagzeug

Die Trommeln

Schlagzeug-Historie auf einen Blick Das Schlagzeug, wie wir es heute nennen, ist erst 100 Jahre alt. Heute ist es ein Begriff. Durch die Türkenkriege im XVI. Jh. kamen Becken und Große Trommeln nach Europa, die bereits 300 Jahre zuvor von den Kreuzzügen und Kesselpauken erreicht worden waren.

Damit wir uns ein besseres Verständnis der Entstehung und des Werdegangs von Trommeln verschaffen können, müssen wir in der zweiten Jahreshälfte des neunzehnten Jahrhunderts in den USA und hier vor allem im Süd- und Südwesten der USA mit der bedeutendsten Metropole New Orleans anlaufen.

Sie spielten hauptsächlich auf allen Arten von Haushalts-, Garten- und Küchengeräten, aber auch mit eigenen Instrumenten. Die verarmten Militärmusikanten verkauften nach dem Ende des Bürgerkrieges 1865 viele Musikinstrumente für wenig Geld, unter anderem an Bauern.

Typisch waren Cornet, Trompete und Clarinette, aber auch Band und Guitarre. Bei diesen oft auftretenden Marschgruppen waren auch mindestens zwei, teilweise gar drei Mitwirkende dabei. Die Bassdrum, die damals etwa 26 bis 30 Zentimeter groß war, wurde von einem der Becken und dem dritten der Snaredrum gespielt.

Wenn nur zwei Schlagzeuger anwesend waren, betätigte ein Schlagzeuger die Bassdrum und die Becken simultan, indem er ein Becken auf die Bassdrum montierte. Der Schlagzeuger hält dann in der einen Seite den Hammer für die Pauke und in der anderen das zweite Becken. Aus dieser marschierenden Formation stammt auch der sogenannte "Traditional Grip", da dies die komfortabelste Möglichkeit war (und ist), die Snare Drum beim Marsch zu erlernen.

Im 19. Jh. begannen die Gruppen mehr und mehr bei Tanzveranstaltungen, Riverboat-Auftritten und natürlich in den Pubs und Bordelle im berühmten "Storyville"-Viertel von New Orleans zu spielen, und da einige Gruppen aus Kostengründen nur von diesen Ereignissen gelebt haben, beschränkten sie sich auf einen Drummer. Anhand von verschiedenen "Double-Stick-Mustern", die für das Jazz-Drumming der nachfolgenden Generation von großer Wichtigkeit sein sollten, konnte der Drummer seine Werke meistern.

Doch viele Perkussionisten sahen sich eingeschränkt und suchten nach Möglichkeiten, die Snare Drum mit zwei HÃ?nden zu erlernen. Um 1920, als die Aufführungen in "Minstrel Shows" und im Stummfilm immer weiter gingen, wurden den Trommeln alle möglichen kleinen Percussion- und Rhythmus-Instrumente hinzugefügt, die sogenannten "Contraptions" (oder kurz "Traps"), um die Sound-Palette der Trommeln zu vergrössern.

Der Klangvielfalt standen die eintönigen Klänge zweier Drums mit Becken gegenüber. Bisweilen ging es so weit, dass der Anwendungsbereich der "Trap Drums" an Bedeutung gewann als die Güte des Drummers (.... und ist es heute nicht oft derselbe?). Doch diese Mode wurde rasch wieder obsolet, zumal der Drummer zunehmend zum Musikclown wurde.

Das lag auch daran, dass die Trommler es allmählich satt hatten, so viele Musikinstrumente mit sich herumzutragen. Aber auch die großen Bands setzten wieder mehr ein. Eine gängige Anordnung war zum Beispiel: Bassdrum, Snaredrum, etwa vier Becken, die jetzt etwas grösser waren, ein oder zwei Pauken auf der linken Seite des Schlagzeugers, Vibraphon oder Xylophon auf der rechten Seite, Röhrenglocke hinter dem Schlagzeug, Gong zurückgelassen - mitunter ein hängender Tom-Tom direkt dahinter -, vier bis fünf Tempelblöcke mit einem Rohrstockhalter unten, auf der Bassdrum und einem Tom-Tom auf jeder Seite.

Der Floor-Tom wurde oft dazu verwendet, den Drummer mit einem einzigen Schlagzeug zu versehen. Zu dieser Zeit gab es bereits einige Trommelhersteller auf dem Weltmarkt. Das älteste waren die 1883 von Friedrich Gretsch und die 1885 gegrÃ?ndete Excelsior Drum Company gefolgt von der 1887 gegrÃ?ndeten Duplex Manufacturing Company und um 1900 begann Ulysses Grant Leedy in Indianapolis, Indiana, seine Firma fÃ?r Schlaginstrumente aufzubauen.

Auch interessant

Mehr zum Thema