Testen Sie verschiedene Bässe im Sitzen und Stehen und spielen Sie sie über einen Verstärker. Saitenzahl, Bauform und Elektronik helfen bei der Auswahl, ersetzen aber nicht das Anspielen.
Wählen Sie den Bass für Ihre Musik
Überlegen Sie zuerst, welche Musik Sie spielen und welche Töne dabei gebraucht werden. Für viele gängige Bassparts reicht ein Viersaiter. Spielen Sie Stücke mit tieferen Bassnoten, spricht das für einen Fünfsaiter. Auch der gewünschte Klang und die Lautstärke beim Spielen beeinflussen die Wahl: Ein Hohlkörperbass eignet sich eher für leisere Umgebungen, während bei hoher Lautstärke Rückkopplungen zum Problem werden können.
Wenn Sie noch keine klare musikalische Richtung haben, wählen Sie ein Instrument, das sich bequem spielen lässt und vielseitig einsetzbar ist. Spezielle Bauformen und zusätzliche Saiten sind dann sinnvoll, wenn Sie dafür einen konkreten Grund haben.
Prüfen Sie Hals und Mensur
Die Mensur bezeichnet die Länge der schwingenden Saite. Sie beeinflusst unter anderem den Abstand zwischen den Bünden. Als grobe Orientierung gelten etwa 30 Zoll bei einer Shortscale, 32 Zoll bei einer Mediumscale und 34 Zoll bei einer Longscale. Die Longscale ist weit verbreitet; einige Fünfsaiter haben eine Mensur von 35 Zoll.
Ein kürzerer Bass kann sich wegen der engeren Bundabstände angenehmer greifen lassen, ist für kleinere Hände aber trotzdem nicht automatisch die beste Wahl. Achten Sie darauf, ob Sie den ersten Bund bequem erreichen und Ihr Greifarm entspannt bleibt. Prüfen Sie auch die Form des Halses und den Abstand zwischen den Saiten. Ein Fünfsaiter hat häufig einen breiteren oder anders geformten Hals als ein Viersaiter.
Wählen Sie die Saitenzahl
Ein gewöhnlicher Viersaiter ist in E–A–D–G gestimmt. Beim Fünfsaiter kommt typischerweise eine tiefe B-Saite hinzu. Sechssaiter ergänzen zusätzlich eine hohe C-Saite und bieten damit mehr Tonumfang. Mit zusätzlichen Saiten können Sie mehr Töne spielen. Dafür ist das Griffbrett voller, und Sie müssen beim Abdämpfen mehr beachten.
Vier Saiten sind ein unkomplizierter Einstieg, aber keine Pflicht für Anfänger. Wenn Ihr Repertoire tiefe Töne verlangt oder Sie bestimmte Passagen auf einer Saite bequemer spielen möchten, probieren Sie einen Fünfsaiter direkt aus. Entscheidend ist, ob Sie den breiteren Hals gut greifen und die tiefe Saite sauber kontrollieren können.
Beziehen Sie beim Fünfsaiter auch Verstärker und Box ein. Die Anlage muss die tiefen Frequenzen überzeugend wiedergeben. Spielen Sie den Bass deshalb mit einer Verstärkung an, die Ihrer späteren Nutzung möglichst nahekommt.
Verstehen Sie Tonabnehmer und Elektronik
Tonabnehmer nehmen die Schwingungen der Saiten auf und übertragen sie an den Verstärker. Single-Coils werden oft als klar oder hell beschrieben, Humbucker als kräftig und weniger brummanfällig. Split-Coils verbinden Eigenschaften beider Bauarten. Solche Klangbeschreibungen sind eine erste Orientierung: Das Ergebnis hängt auch von der Position der Tonabnehmer, den Saiten, den Einstellungen und Ihrer Spielweise ab.
Bei passiver Elektronik regeln Sie den Klang ohne Vorverstärker, der mit einer Batterie läuft. Aktive Elektronik bietet häufig zusätzliche Klangregelung und einen höheren Ausgangspegel, braucht dafür eine Batterie. Manche Bässe lassen sich zwischen aktivem und passivem Betrieb umschalten. Probieren Sie die Regler am Verstärker aus und wählen Sie die Bedienung, mit der Sie schnell zum gewünschten Klang kommen.
Bundiert, Fretless oder Hohlkörper
Ein bundierter Bass gibt durch die Bünde eine Orientierung für die Tonhöhe. Bei einem Fretless-Bass fehlen die Bünde, sodass Sie die Tonhöhe stärker über Gehör und Handposition kontrollieren. Das ermöglicht einen eigenen Klang und hörbare Übergänge zwischen Tönen. Sie brauchen aber mehr Übung, um die Tonhöhe genau zu treffen. Für einen ersten Bass ist ein bundiertes Modell meist der einfachere Einstieg.
Auch bei der Bauform zählt der Einsatz. Solidbody-Bässe haben einen massiven Korpus und sind eine verbreitete Wahl. Semi-Hollow- und andere Hohlkörpermodelle sind oft leichter und eignen sich eher für leisere Spielumgebungen. Bei hoher Lautstärke steigt ihre Anfälligkeit für Rückkopplungen. Entscheiden Sie daher nach Spielumgebung und gewünschtem Klang, nicht allein nach der Optik.
Spielen Sie den Bass vor dem Kauf
Legen Sie den Bass im Sitzen und im Stehen an und prüfen Sie, ob er ausgewogen hängt. Ein schwerer oder schlecht ausbalancierter Bass belastet Sie beim längeren Spielen stärker. Greifen Sie über das Griffbrett, besonders bis zum ersten Bund, und achten Sie darauf, ob Hand und Arm entspannt bleiben.
Spielen Sie mehrere Töne auf allen Saiten und hören Sie auf unregelmäßiges Schnarren oder auffällig unterschiedliche Lautstärken. Solche Auffälligkeiten können auf ein Problem hinweisen, lassen sich aber manchmal durch eine Einstellung des Instruments beheben. Fragen Sie vor dem Kauf nach, statt jedes Schnarren als dauerhaften Mangel oder als unbedenklich einzuordnen. Drehen Sie auch an den Reglern und prüfen Sie, ob sich die Stimmmechaniken gleichmäßig bedienen lassen.
Planen Sie neben dem Bass die nötige Ausstattung ein. Zum Üben gehören je nach Situation ein Verstärker, ein Kabel und ein Stimmgerät. Ein Bass, der in Ihr Gesamtbudget passt, ist sinnvoller als ein besser ausgestattetes Instrument, für das danach kein Geld mehr für den passenden Verstärker bleibt.



