
Bei Vorträgen, Bandauftritten und Partys muss die Beschallungsanlage (PA) im ganzen Publikum laut genug und verständlich klingen. Welche Lautsprecher und Anschlüsse nötig sind, hängt vor allem vom Programm, vom Raum und vom Abstand zu den Hörplätzen ab.
Wählen Sie die Anlage nach dem anspruchsvollsten Einsatz aus. Watt pro Person und Gästezahl geben allein keinen Aufschluss darüber, wie laut es am hinteren Ende des Raums wird und ob das Publikum überall gleichmäßig hört.
PA-Anlage nach Programm auswählen
Bei Vorträgen zählt vor allem die Sprachverständlichkeit. Dafür sind eine gleichmäßige Beschallung und eine passende Mikrofonposition wichtiger als kräftiger Bass. Für Hintergrundmusik gelten ähnliche Anforderungen, solange keine hohe Lautstärke gefragt ist.
Bei DJ-Musik und Partys müssen die Lautsprecher höhere Pegel und tiefe Frequenzen abdecken. Ein Subwoofer, also ein Lautsprecher für den Bassbereich, ergänzt dann die Hauptlautsprecher. Für eine Band brauchen Sie außerdem Mikrofon- und Instrumenteneingänge und bei Bedarf getrennte Monitorlautsprecher, über die sich die Musikerinnen und Musiker auf der Bühne hören können.
Wenn die Anlage mehrere Aufgaben übernehmen soll, planen Sie nach dem anspruchsvollsten Programm. Eine Konfiguration, die für Sprache genügt, deckt eine bassreiche Tanzveranstaltung nicht automatisch ab.
Raum und Publikum einbeziehen
Die nötige Größe der PA hängt von der Gästezahl und der Form der Publikumsfläche ab. Auch die größte Entfernung zu einem Lautsprecher zählt, ebenso wie die Frage, ob Menschen sitzen oder stehen. Eine lange, schmale Fläche muss anders beschallt werden als ein kompakter Raum.
Klären Sie vor der Auswahl, ob Sie drinnen oder draußen beschallen, wie weit der entfernteste Hörplatz entfernt ist und wie breit und tief sich das Publikum verteilt. Achten Sie außerdem auf Umgebungslärm und Nachhall. Harte Wände und Böden reflektieren Schall. In einem halligen Raum macht mehr Lautstärke Sprache nicht automatisch verständlicher.
Gästezahlen aus Herstellerbeispielen sind deshalb nur unter ihren jeweiligen Bedingungen brauchbar. Yamaha nennt etwa bis zu 300 Personen für eine bestimmte Konfiguration für Sprache und Hintergrundmusik sowie bis zu 100 Personen für ein Beispiel mit Outdoor-DJ-Anlage. Die Beispiele unterscheiden sich in Programm und Ausstattung und sind keine allgemeine Größenregel für andere Anlagen oder Veranstaltungsorte.
Watt und Schalldruck vergleichen
Watt beschreibt die elektrische Leistung, aber nicht allein, wie laut ein Lautsprecher spielt. Dafür ist auch der Schalldruckpegel wichtig, abgekürzt SPL. Er gibt an, welchen Schalldruck ein Lautsprecher erzeugt. Prüfen Sie beim Vergleich außerdem, ob Hersteller Spitzenwerte oder andere Messwerte angeben: Ein Spitzenwert sagt nicht aus, welchen Pegel der Lautsprecher dauerhaft erreicht.
Auch die Entfernung zählt. Unter Freifeldbedingungen, also ohne wesentliche Schallreflexionen, sinkt der Pegel bei jeder Verdopplung der Entfernung um rund 6 dB. Das ist ein Orientierungswert, keine genaue Vorhersage für jeden Innenraum oder jede Aufstellung. Er macht aber deutlich, warum ein Lautsprecher, der nahe am Publikum laut wirkt, am hinteren Ende einer größeren Fläche nicht unbedingt ausreicht.
Achten Sie neben dem erreichbaren Pegel auf die Abstrahlung: Sie beschreibt, in welchem Bereich ein Lautsprecher den Schall verteilt. Die Abstrahlung sollte zur Form der Publikumsfläche passen. Ein Lautsprecher, der den Schall stark bündelt, kann den hinteren Bereich gezielter erreichen, deckt aber den Nahbereich unter Umständen weniger gleichmäßig ab. Mehr Lautsprecher lösen das Problem nicht automatisch; ihre Aufstellung muss zur Fläche und zum übrigen System passen.
Subwoofer passend einplanen
Für Sprache und viele Anwendungen mit Hintergrundmusik ist ein Subwoofer nicht zwingend nötig. Bei DJ-Musik, Tanzveranstaltungen und anderen bassreichen Programmen verbessert er die Wiedergabe tiefer Frequenzen. Entscheiden Sie daher anhand des Programms und des gewünschten Klangs, nicht allein nach der Größe der Anlage.
Ein Subwoofer ergänzt die Hauptlautsprecher, ersetzt sie aber nicht. Prüfen Sie, ob die übrigen Lautsprecher und die Anschlüsse zum geplanten Aufbau passen. Bei mehreren Boxen sollten Sie zudem die Herstellerangaben beachten, besonders wenn passive Lautsprecher parallel angeschlossen werden.
Aktiv oder passiv wählen
Aktivlautsprecher enthalten einen eingebauten Verstärker und lassen sich direkt an ein Mischpult anschließen. Das spart zusätzliche Verstärker und vereinfacht die Verkabelung. Jeder Aktivlautsprecher braucht jedoch einen Stromanschluss.
Passive Lautsprecher benötigen einen separaten Verstärker. Diese Bauweise lässt mehr Freiheit beim Zusammenstellen oder Erweitern der Anlage, verlangt aber eine passende Abstimmung von Verstärker und Lautsprechern. Bei parallel angeschlossenen Boxen verändert sich außerdem die Gesamtimpedanz, also der elektrische Widerstand, den der Verstärker sieht. Halten Sie sich an die Angaben der Hersteller, damit der Verstärker nicht überlastet wird.
Für kleine, mobile Veranstaltungen kann ein All-in-one-System praktisch sein, bei dem Lautsprecher und Mischpult aufeinander abgestimmt sind. Für eine Band sollten Sie vorher zählen, wie viele Mikrofone, Instrumente und Zuspieler gleichzeitig angeschlossen werden müssen. Wenn Sie den Klang eines Schlagzeugs vollständig über Mikrofone übertragen, brauchen Sie dafür allein mehrere Mikrofone und entsprechend mehrere Eingänge.
Anschlüsse und Bedienung planen
Erfassen Sie alle Quellen, die gleichzeitig an die Anlage angeschlossen werden. Dazu zählen Mikrofone und Instrumente sowie Zuspieler, etwa ein Laptop oder ein DJ-Mischpult. Prüfen Sie auch, ob Sie Stereoquellen nutzen und ob die Eingänge dafür geeignet sind. Ein Mischpult mit zu wenigen Eingängen zwingt Sie dazu, Geräte umzustecken oder zusätzliche Technik einzusetzen.
Für Bühnenmonitore brauchen Sie außerdem passende Ausgänge. Diese führen ein separates Monitorsignal zu den Musikerinnen und Musikern. Ein zusätzlicher AUX-Ausgang am Mischpult kann dafür nötig sein. Planen Sie bei Sprache die Mikrofon- und Lautsprecherposition gemeinsam: Steht ein Mikrofon ungünstig vor einem Lautsprecher oder nimmt es zu viel Lautsprecherschall auf, kann Rückkopplung entstehen. Sie klingt als Pfeifen oder Heulen.
Aufstellung mitplanen
Richten Sie die Lautsprecher auf die Publikumsfläche aus und berücksichtigen Sie dabei nahe und weit entfernte Hörplätze. Ein leistungsstarker Lautsprecher hilft wenig, wenn ein Teil des Publikums außerhalb seiner Abstrahlung steht. Bei Mikrofonbetrieb sollte die Lautsprecherposition außerdem Rückkopplungen vermeiden.
Planen Sie auch Stromversorgung, Kabel und Transport mit ein. Bei Aktivlautsprechern braucht jeder Lautsprecher einen Stromanschluss. Bei einer mobilen Anlage kommt es auf eine schnelle Verkabelung sowie praktikable Kabelwege und Aufstellorte am Veranstaltungsort an.
Quellen
- PA Beginners Guide | Yamaha Commercial Audio
- Shure Academy Educational Publications Education - Shure
- PA Application Guide | Yamaha Commercial Audio
- PA Application Guide | Yamaha Commercial Audio
- PA Beginners Guide | Yamaha Commercial Audio
- AUDIO SYSTEMS GUIDE MEETINGS AND CONFERENCES By Cr
- PA Beginners Guide | Yamaha Commercial Audio


