Eine feste Wattzahl pro Gast gibt es nicht. Wählen Sie Lautsprecher und Mischpult passend zum Einsatz aus und ergänzen Sie bei Bedarf Subwoofer und Monitore. Die Wattzahl allein sagt nicht, wie laut und gleichmäßig der Schall das Publikum erreicht.

Was soll übertragen werden?

Klären Sie zuerst, ob Sie Sprache, Musik oder beides verstärken möchten. Bei einer Rede zählt vor allem die Verständlichkeit; bei DJ-Musik oder bassbetonter Live-Musik kommt es auch auf die Wiedergabe tiefer Frequenzen an. Eine Liveband braucht außerdem genügend Eingänge für Mikrofone und Instrumente. Das Mischpult muss auch Ausgänge haben, über die es den Musikern ihr Monitorsignal schickt.

Ein Mischpult nimmt die verschiedenen Quellen auf, regelt ihre Lautstärke und leitet das Signal an die Lautsprecher weiter. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, wie viele Mikrofone und weitere Geräte Sie anschließen müssen. Fragen Sie bei Live-Auftritten auch, ob die Musiker eigene Monitorsignale benötigen. Bühnenmonitore geben den Darbietenden den gewünschten Klang zurück und beschallen nicht das Publikum. Dafür braucht das Mischpult passende Ausgänge.

Fläche und Entfernung planen

Notieren Sie die Breite der Publikumsfläche und die Entfernung von den Lautsprechern bis zur letzten Reihe. Die Gästezahl allein sagt nicht, wie weit der Schall reichen muss. Dieselbe Personenzahl kann sich auf einen breiten Raum oder eine lange Halle verteilen.

Als grobe Orientierung gilt im Freifeld, also ohne Schallreflexionen: Verdoppelt sich der Abstand zur Schallquelle, sinkt der Pegel um etwa 6 dB. Das ist eine Näherung und keine vollständige Prognose für einen Veranstaltungsraum. Wände, Decken und andere Flächen reflektieren den Schall. Dadurch verändert sich das Ergebnis. In tiefen Räumen reicht es deshalb nicht immer, die vorderen Lautsprecher einfach lauter zu stellen. Zusätzliche Lautsprecherpositionen können nötig sein, damit auch die hinteren Plätze gut hören.

Lautsprecherdaten vergleichen

Vergleichen Sie den maximalen Schalldruckpegel (SPL). Er gibt an, wie laut der Lautsprecher höchstens spielen kann. Prüfen Sie auch, unter welchen Messbedingungen der Hersteller diesen Wert ermittelt hat. Watt bezeichnet die elektrische Leistung, sagt für sich allein aber nicht, wie laut ein Lautsprecher an einem bestimmten Hörplatz spielt. Auch unterschiedliche Messverfahren erschweren den direkten Vergleich einzelner Angaben.

Achten Sie außerdem auf den Abstrahlwinkel. Er zeigt, wie breit der Lautsprecher den Schall verteilt. Ein breiter Winkel kann eine breite Publikumsfläche abdecken. Eine engere Abstrahlung richtet mehr Schall auf einen begrenzteren Bereich, kann aber im Nahbereich zu einer ungleichmäßigen Abdeckung führen. Stimmen Sie den Winkel daher auf die Form der Publikumsfläche und die geplante Aufstellung ab.

Bei passiven Lautsprechern sollten Sie auch Impedanz und Verstärkerleistung vergleichen. Die Impedanz beschreibt den elektrischen Widerstand des Lautsprechers für das Audiosignal. Die Endstufe, also der Verstärker für passive Lautsprecher, muss zum Lautsprecher passen. Berücksichtigen Sie bei aktiven Lautsprechern, dass jeder Lautsprecher neben dem Audiosignal auch einen Stromanschluss braucht.

Aktive oder passive Lautsprecher?

Aktive Lautsprecher haben einen eingebauten Verstärker und lassen sich direkt an das Mischpult anschließen. So entfällt eine separate Endstufe und der Aufbau wird einfacher. Für jeden aktiven Lautsprecher benötigen Sie jedoch eine Stromversorgung am Aufstellort.

Passive Lautsprecher brauchen eine externe Endstufe. Sie müssen Verkabelung und Endstufe aufeinander abstimmen, können einzelne Komponenten dafür leichter austauschen oder ergänzen. Welche Bauart besser passt, hängt vom Einsatz und davon ab, ob Ihnen ein einfacher Aufbau oder eine flexiblere Zusammenstellung wichtiger ist.

Tops, Subwoofer und Monitore

Hauptlautsprecher, oft auch Tops genannt, übertragen den größten Teil des Signals an das Publikum. Subwoofer ergänzen die tiefen Frequenzen. Für Sprache sind sie häufig entbehrlich; bei bassbetonter Musik gehören sie eher zur Planung. Stimmen Sie die Subwoofer auf die Hauptlautsprecher ab. Berücksichtigen Sie dabei den Platzbedarf; auch Transport und Stromversorgung gehören zur Planung.

Monitore geben Musikern oder Vortragenden auf der Bühne ein eigenes Signal. Eine Band benötigt dafür gegebenenfalls separate Mischpultausgänge, sogenannte AUX-Wege. Planen Sie diese Ausgänge früh ein, statt die Monitore als zusätzliche Hauptlautsprecher zu behandeln.

Raum und Aufstellung einbeziehen

Reflektierende Wände oder ein langer Nachhall beeinträchtigen die Sprachverständlichkeit. Mehr Lautstärke löst das Problem nicht zuverlässig. Richten Sie die Lautsprecher auf die Publikumsfläche und möglichst nicht auf Bühnenmikrofone. Bei Mikrofonen hilft es, sie nahe an der gewünschten Schallquelle zu halten und ungenutzte Mikrofone stummzuschalten.

Rückkopplungen entstehen durch das Zusammenspiel von Mikrofonen, Lautsprechern, Raum und Verstärkung. Ein einzelnes Mikrofon garantiert deshalb keinen rückkopplungsfreien Betrieb. Prüfen Sie den Klang bei der Veranstaltung an mehreren Stellen im Publikumsbereich und passen Sie bei Bedarf Lautsprecher- oder Mikrofonpositionen an.

Pegel und Gehörschutz mitplanen

Planen Sie genügend Leistungsspielraum für laute Stellen im Programm ein. Wie viel Sie brauchen, hängt unter anderem davon ab, wie stark die Lautstärke der Musik schwankt und welchen Pegel Sie anstreben. Deshalb gibt es keinen pauschalen Leistungsaufschlag für alle Veranstaltungen.

Für Veranstaltungen in Deutschland behandelt die DIN 15905-5 Maßnahmen zum Schutz des Publikums vor Gehörgefährdung durch hohe Schallemissionen elektroakustischer Beschallungstechnik. Prüfen Sie die geltenden Anforderungen für Ihre Veranstaltung und leiten Sie konkrete Grenzwerte nicht allein aus einer Produktbeschreibung der Norm ab.

PA-Auswahl eingrenzen

Erstellen Sie vor dem Produktvergleich eine kurze Bedarfsskizze. Notieren Sie, was übertragen wird und wie groß und breit die Publikumsfläche ist. Halten Sie außerdem fest, wie weit die letzte Reihe entfernt ist und welche Quellen ans Mischpult müssen. Ergänzen Sie, ob Sie Subwoofer oder Bühnenmonitore brauchen und wo Lautsprecher Strom erhalten.

Vergleichen Sie anschließend SPL-Angaben und Abstrahlwinkel und prüfen Sie bei passiven Modellen die Kompatibilität mit der Endstufe. Wenn die Fläche groß oder verwinkelt ist, reicht ein Blick auf einen einzelnen Lautsprecherwert kaum aus. Stimmen Sie die Auswahl dann auf die Aufstellung ab und lassen Sie sich bei Bedarf zur Abdeckung beraten.