Größe, Halsform und Saiten beeinflussen den Spielkomfort. Körpergröße und Erfahrung allein bestimmen nicht, welche Gitarre passt. Vergleichen Sie mehrere Modelle und probieren Sie sie in Ihrer üblichen Spielposition aus.

E-Gitarre oder Akustikgitarre?

Eine akustische Gitarre klingt ohne Verstärker und lässt sich direkt zum Üben mitnehmen. Der Korpus kann sich wuchtig anfühlen, besonders wenn Sie ihn im Sitzen nah am Körper halten. Akustische Gitarren gibt es mit Nylon- und Stahlsaiten, die sich beim Spielen unterschiedlich anfühlen und verschieden klingen.

Für verstärktes Spielen brauchen Sie bei einer E-Gitarre mindestens einen Verstärker und ein Kabel; mit Verstärker und Effekten lassen sich Klang und Lautstärke verändern. E-Gitarren haben häufig einen flacheren Korpus und einen schlankeren Hals als akustische Modelle. Ob sie sich leichter spielen lässt, hängt aber auch vom konkreten Hals, Gewicht und Zustand der Gitarre ab.

Eine Akustik-E-Gitarre verbindet einen akustischen Klang mit der Möglichkeit, das Instrument anzuschließen. Das lohnt sich vor allem, wenn Sie tatsächlich verstärkt auftreten oder spielen möchten. Für das unverstärkte Üben genügt eine akustische Gitarre ohne Elektronik.

Ihr Vorhaben Passende Richtung Darauf sollten Sie achten
Ohne Verstärker üben Akustische Gitarre Korpusgröße und Saitentyp müssen sich angenehm anfühlen.
Verzerrte Klänge und Effekte nutzen E-Gitarre Verstärker und Kabel gehören zu den Gesamtkosten.
Akustisch üben und verstärkt spielen Akustik-E-Gitarre Die eingebaute Elektronik ist nur sinnvoll, wenn Sie den Anschluss nutzen.

Nylonsaiten oder Stahlsaiten?

Nylonsaiten fühlen sich weniger straff an und können beim Greifen zunächst angenehmer sein. Klassische Gitarren mit Nylonsaiten haben häufig ein breiteres Griffbrett, das mehr Platz zwischen den Saiten schafft, aber eine passende Handhaltung verlangt. Der Klang ist meist weicher und weniger durchsetzungsstark als bei einer Stahlsaitengitarre.

Stahlsaiten klingen anders und passen zu vielen Stilrichtungen der Liedbegleitung. Sie stehen stärker unter Spannung. Dicke Saiten oder eine ungünstig hohe Saitenlage können das Greifen besonders am Anfang anstrengend machen. Eine kleinere Korpusform oder kürzere Mensur kann die Handhabung erleichtern.

Nylon- und Stahlsaiten gehören zu unterschiedlich gebauten Gitarren. Tauschen Sie die Saiten nicht einfach gegeneinander aus: Steg und Saitenbefestigung sind auf den jeweiligen Typ ausgelegt. Wählen Sie deshalb zuerst nach dem Klang und der Musik, die Sie spielen möchten. Prüfen Sie danach, welches Modell sich gut greifen lässt.

Korpus und Mensur prüfen

Kleine Korpusse, etwa bei Parlor- oder Konzertgitarren, lassen sich häufig leichter am Körper halten, bieten aber oft weniger Bass als größere Modelle. Mittlere Formen wie Concert oder Auditorium verbinden eine handliche Größe mit einem vollen Klang. Dreadnoughts sind größer, werden häufig für kräftige Akkordbegleitung gewählt und können mehr Lautstärke und Bass liefern; beim Spielen müssen sie sich aber bequem anfühlen.

Reise- und Juniorgitarren sind kompakter und leichter zu transportieren. Das kann beim Pendeln oder für Kinder praktisch sein. Ob ein kleiner Korpus als Dauerlösung passt, hängt davon ab, ob die Gitarre für Ihre Spielweise bequem bleibt und der Klang Ihren Vorstellungen entspricht.

Die Mensur bezeichnet die schwingende Saitenlänge zwischen Sattel und Steg. Eine kürzere Mensur geht mit engeren Bundabständen einher und kann das Greifen über mehrere Bünde erleichtern. Bei E-Gitarren sind beispielsweise Mensuren von 24 und 25,5 Zoll verbreitet. Beide Werte sind bei vielen Modellen verbreitet, geben aber keine feste Größenregel für alle Gitarren vor.

Achten Sie beim Anspielen darauf, ob Sie Akkorde und einzelne Töne ohne unnötige Anspannung erreichen. Korpusform, Halsprofil und Abstand der Saiten spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Mensur. Körpergröße und Handmaß allein verraten nicht zuverlässig, welches Instrument passt.

Spielbarkeit direkt testen

Nehmen Sie die Gitarre im Sitzen und im Stehen in die Spielposition. Der Korpus sollte stabil liegen, ohne dass Sie den Arm oder die Schulter verkrampfen. Greifen Sie einige Akkorde und spielen Sie einzelne Töne auf verschiedenen Bünden, um zu prüfen, ob der Hals zu Ihrer Hand passt und Sie die Finger bequem bewegen können.

Prüfen Sie auch die Saitenlage. Damit ist der Abstand zwischen Saiten und Griffbrett gemeint. Eine hohe Saitenlage verlangt mehr Kraft beim Greifen. Ist sie zu niedrig, können die Saiten schnarren oder Töne unsauber klingen. Niedriger ist deshalb nicht automatisch besser. Eine Fachperson kann die Einstellung anpassen, aber weder eine andere Korpusgröße noch eine unpassende Mensur ausgleichen.

Auch dünnere Saiten können das Greifen erleichtern. Sie sind eine mögliche Anpassung, wenn sich das Instrument sonst gut anfühlt. Die Saitenstärke beeinflusst das Spielgefühl und den Klang; lassen Sie sich vor einem Wechsel beraten, wenn Sie unsicher sind. Auch ein leicht spielbarer Hals macht eine Gitarre nicht passend, wenn Form und Größe nicht zu Ihrer Haltung passen.

Gesamtkosten mitdenken

Bei einer E-Gitarre kommen Verstärker und Kabel hinzu. Bei akustischen Gitarren entfällt diese Grundausstattung, sofern Sie nicht verstärkt spielen möchten. Kontrollieren Sie auch, ob eine passende Tasche oder ein Koffer enthalten ist und welches Zubehör Sie noch benötigen.

Prüfen Sie, welche Ausrüstung Sie für Ihren geplanten Einsatz brauchen und was sie kostet. Wenn Sie vor allem zu Hause unverstärkt üben, bringt ein Verstärker zunächst keinen praktischen Vorteil. Wenn Sie gezielt E-Gitarre spielen möchten, gehört der Verstärker dazu, um den gewünschten Klang zu erreichen.

Gitarren vor dem Kauf vergleichen

Legen Sie zuerst fest, welche Musik und Spielweise im Vordergrund stehen. Vergleichen Sie anschließend die Instrumente direkt und achten Sie auf diese Punkte:

  • Halten Sie jede Gitarre im Sitzen und im Stehen und prüfen Sie, ob Korpus und Gewicht zu Ihrer Haltung passen.
  • Greifen Sie Akkorde und Einzeltöne. Achten Sie auf Halsgefühl, erreichbare Bünde und den nötigen Kraftaufwand.
  • Spielen Sie die Saiten einzeln an. Schnarren oder unsaubere Töne können auf eine nötige Einstellung hinweisen.
  • Rechnen Sie benötigtes Zubehör in den Gesamtpreis ein, besonders bei einer E-Gitarre.
  • Lassen Sie die Gitarre fachkundig prüfen, wenn sich Saiten schwer greifen lassen oder Töne nicht sauber klingen.

Bei einem Onlinekauf sollten Sie auf eine klare Rückgabemöglichkeit achten und die Gitarre nach dem Auspacken genau prüfen. Testen Sie die Gitarre möglichst bald in Ihrer üblichen Spielposition. Wenn sie sich trotz korrekter Einstellung unbequem halten lässt, passt möglicherweise eine andere Korpusform oder Mensur besser.