Probieren Sie vor dem Kauf mehrere Instrumente aus. Klären Sie zuerst, wo und wofür Sie musizieren möchten. So können Sie gezielter entscheiden, welches Instrument passt und welches Zubehör Sie brauchen.

Instrument nach Musikstil auswählen

An Ihrer Musik können Sie sich bei der Auswahl orientieren. Wer gern in einer Band spielen möchte, kommt vielleicht auf Gitarre, Bass oder Schlagzeug. Für das Zusammenspiel in einem Orchester können etwa Blas- oder Streichinstrumente infrage kommen. Diese Beispiele helfen bei der Vorauswahl. Entscheidend ist auch, ob Ihnen der Klang gefällt und Sie gern darauf spielen.

Überlegen Sie außerdem, wo Sie musizieren möchten. Für Unterricht, gemeinsames Spielen, Auftritte und Aufnahmen brauchen Sie jeweils etwas anderes. Zu Hause sind Platz und Lautstärke besonders wichtig. Ein Klavier braucht beispielsweise mehr Raum als eine Gitarre. Trompete oder Saxophon lassen sich nur schwer leise üben. Bei einer E-Gitarre kann ein Verstärker zum Üben gehören; für leises Spielen oder Aufnahmen kommt auch ein Kopfhörer-Setup infrage.

Erst ausprobieren

Bei einem Probetermin erfahren Sie mehr als aus Produktbeschreibungen. Sie hören den Klang selbst, merken, wie schwer das Instrument ist und ob die Haltung bequem ist. Außerdem finden Sie heraus, ob Ihnen die Spielweise liegt. Fragen Sie bei einer Musikschule oder einem Fachgeschäft nach Schnupperangeboten und klären Sie, ob Sie das Instrument auch zu Hause testen können.

Achten Sie beim Ausprobieren auf konkrete Punkte:

  • Macht es Ihnen Freude, selbst Töne zu erzeugen?
  • Bleiben Haltung und Griffweite nach einigen Minuten bequem?
  • Können Sie das Instrument zu Hause regelmäßig üben und verstauen?
  • Gibt es passenden Unterricht oder eine Gruppe für den Musikstil, den Sie spielen möchten?

Bei Kindern sollte eine Lehrkraft oder eine Fachperson prüfen, ob Größe und Spielhaltung passen. Auch Erwachsene profitieren davon, das Instrument im Sitzen und im Stehen zu testen, wenn beide Spielhaltungen infrage kommen. Nach einem Probetermin müssen Sie sich nicht für immer festlegen. Lässt die Motivation später nach, prüfen Sie, ob eine andere Lehrkraft oder ein anderes Instrument besser passt.

Passt das Instrument zu Körper und Alltag?

Größe, Gewicht und Spielhaltung beeinflussen, wie bequem sich ein Instrument nutzen lässt. Prüfen Sie, ob Ihre Hände die nötigen Griffe erreichen, ob Sie das Instrument sicher halten und ob Sie das Instrument gut zum Unterricht oder zur Probe transportieren können. Bei Kindern kann sich die passende Instrumentengröße mit dem Wachstum ändern. Lassen Sie sich deshalb vor dem Kauf beraten, statt allein nach Alter oder Körpergröße auszuwählen.

Auch die Umgebung gehört zur Entscheidung. Überlegen Sie, wann Sie üben können, wie viel Platz zur Verfügung steht und ob andere Personen durch die Lautstärke gestört werden. Ein Instrument, das Sie nach dem Kauf kaum hervorholen können, weil es zu laut ist oder keinen festen Platz hat, passt schlecht zu Ihrem Alltag. Prüfen Sie diese Bedingungen, bevor Sie sich auf ein Modell festlegen.

Kaufen, leihen oder mieten

Leihen oder Mieten ist besonders sinnvoll, wenn Sie das Instrument erst kennenlernen möchten, die passende Größe noch nicht feststeht oder der Kauf zunächst zu teuer wäre. Musikschulen und andere Anbieter regeln Ausleihe und Miete unterschiedlich. Klären Sie deshalb vorab, wie lange der Vertrag läuft, welche Kündigungsregeln gelten und wer Versicherung oder Reparaturen bezahlt. Fragen Sie auch nach Verschleißteilen und danach, ob Zubehör enthalten ist.

Beim Kauf gehört Ihnen das Instrument und Sie können es dauerhaft nutzen. Ob sich das finanziell lohnt, hängt von der geplanten Nutzungsdauer und den laufenden Kosten ab. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Kaufpreis mit einer Monatsgebühr. Rechnen Sie mögliche Ausgaben für Versicherung, Reparaturen und Verbrauchsteile mit ein. Die aktuellen Angebote und Preise im Katalog helfen beim Vergleich konkreter Modelle; Leihbedingungen müssen Sie beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Zubehör gezielt ergänzen

Beim Zubehör gibt es keine Einkaufsliste, die für jedes Instrument und jeden Zweck passt. Klären Sie zuerst, was Sie für Unterricht und regelmäßiges Üben benötigen. Fragen Sie bei Unsicherheit eine Lehrkraft oder den Fachhandel, ob ein Zubehörteil mit dem Instrument und den vorhandenen Anschlüssen kompatibel ist.

Erweitern Sie die Ausstattung erst, wenn ein konkreter Bedarf entsteht. Für eine E-Gitarre kann ein Verstärker sinnvoll sein; für leises Üben oder direkte Aufnahmen lässt sich auch ein Audio-Interface nutzen. Ein Audio-Interface verbindet ein Instrument mit einem Computer, damit das Signal aufgenommen oder über Kopfhörer abgehört werden kann. Welche Ausstattung Sie für Aufnahmen zu Hause brauchen, hängt davon ab, was Sie aufnehmen und wie viel Platz Sie haben. Eine ganze Band aufzunehmen braucht mehr Raum und anderes Equipment als eine einzelne Gitarre.

Gehör beim Üben schützen

Achten Sie beim Üben mit Kopfhörern und bei lautem Spielen sowohl auf die Lautstärke als auch auf die Dauer. Die Weltgesundheitsorganisation nennt 80 Dezibel für bis zu 40 Stunden pro Woche und 90 Dezibel für bis zu vier Stunden pro Woche als Beispiele für den Zusammenhang zwischen Lautstärke und Hörzeit. Diese Werte sind Richtwerte; die tatsächliche Belastung hängt auch davon ab, wie laut der Schall direkt am Ohr ist. Halten Sie die Kopfhörerlautstärke niedrig und achten Sie auf eine gute Passform.

Für Proben und Auftritte kann Gehörschutz nötig sein. Achten Sie darauf, dass der Gehörschutz bequem sitzt und die Lautstärke ausreichend dämpft. Wenn möglich, probieren Sie verschiedene Ausführungen aus: Ein Schutz, der drückt oder schlecht sitzt, wird im Alltag weniger gern getragen.