
Für viele Kinder eignet sich zum Einstieg eine Konzertgitarre mit Nylonsaiten, die sich angenehmer anfühlen als Stahlsaiten. Das Kind sollte die Gitarre locker halten und die Saiten greifen können, ohne stark drücken zu müssen.
Größenangaben wie 1/2 oder 3/4 helfen bei der Vorauswahl. Die Hersteller verwenden sie jedoch nicht alle gleich. Deshalb sollte das Kind mehrere Gitarren ausprobieren. Neben der Mensur – der schwingenden Saitenlänge – zählen auch Halsbreite, Korpus und Spielhaltung.
Die passende Größe finden
Die Mensur ist ein nützlicher Vergleichswert. Bei Konzertgitarren gelten ungefähr diese Mensuren:
| Gitarrengröße | Ungefähre Mensur |
|---|---|
| 1/8 | bis 44 cm |
| 1/4 | 47–49 cm |
| 1/2 | 53–55 cm |
| 3/4 | 57–60 cm |
| 7/8 | 61–63 cm |
| 4/4 | etwa 65 cm |
Die Tabelle ist keine verbindliche Norm. Zwei Gitarren mit derselben Größenangabe können sich unterschiedlich anfühlen, und Körpergröße allein entscheidet nicht über die passende Wahl. Auch Arm- und Fingerlänge sowie die Handgröße spielen eine Rolle. Dazu kommen Halsform und Korpustiefe.
Nehmen Sie die Tabelle deshalb als Startpunkt und lassen Sie Ihr Kind im Geschäft sitzen und greifen. Es sollte den Hals erreichen, ohne die Schulter hochzuziehen oder das Handgelenk stark abzuknicken. Kaufen Sie die Gitarre nicht deutlich zu groß, damit das Kind später hineinwächst: Eine unbequeme Haltung erschwert den Einstieg.
Warum Nylonsaiten oft passen
Eine Konzertgitarre hat üblicherweise Nylonsaiten. Sie fühlen sich für viele Anfängerinnen und Anfänger angenehmer an als die Stahlsaiten einer Westerngitarre. Darum ist die Konzertgitarre für Kinder häufig ein guter Ausgangspunkt.
Nylonsaiten unterscheiden sich trotzdem im Spielgefühl. Auch ihre Spannung beeinflusst, wie viel Kraft das Greifen erfordert. Lassen Sie das Kind deshalb das konkrete Instrument ausprobieren, statt nur nach der Saitenart zu entscheiden. Nylon- und Stahlsaiten sind zudem nicht beliebig austauschbar: Die Gitarre ist für einen bestimmten Saitentyp gebaut.
Auf die Saitenlage achten
Wie weit die Saiten vom Griffbrett entfernt sind, nennt man Saitenlage. Liegen die Saiten hoch, muss das Kind stärker drücken. Liegen sie zu niedrig, können Töne schnarren. Die Saiten sollten so eingestellt sein, dass sich die Gitarre leicht greifen lässt und die Töne klar klingen.
Lassen Sie Ihr Kind einzelne Töne nahe am Sattel, also am Übergang vom Hals zum Griffbrett, greifen. Es sollte die Saiten ohne sichtbares Verkrampfen herunterdrücken können. Schnarrt die Gitarre anhaltend oder braucht das Kind auffällig viel Kraft, bitten Sie eine Fachkraft im Geschäft, die Einstellung zu prüfen. Einen festen Millimeterwert, der für jede Kindergitarre passt, gibt es nicht.
Mieten vor dem Kauf prüfen
Mieten ist eine gute Option, wenn noch offen ist, ob das Kind länger spielen möchte oder bald eine andere Größe braucht. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter. Fragen Sie nach der Mindestlaufzeit und möglichen Zusatzkosten. Klären Sie auch, ob ein Teil der Miete beim Kauf angerechnet wird und ob Ihr Kind später auf eine größere Gitarre wechseln kann. Klären Sie auch, ob das Instrument vor der Übergabe geprüft und eingestellt wird.
Vergleichen Sie die Gesamtkosten der Miete mit dem Kaufpreis und prüfen Sie, was bei Rückgabe oder Beschädigung gilt. Einzelne Anbieter rechnen Mieten beim späteren Kauf an; das ist jedoch keine allgemeine Regel. Lassen Sie sich die Konditionen schriftlich geben.
Die Gitarre im Geschäft testen
Ihr Kind muss noch kein Lied spielen können. Schon eine kurze Sitz- und Greifprobe zeigt, ob die Gitarre gut sitzt und sich leicht spielen lässt. Vergleichen Sie nach Möglichkeit mehrere Modelle, auch wenn sie dieselbe Größenangabe tragen.
Achten Sie bei der Probe auf diese Punkte:
- Das Kind hält die Gitarre bequem, ohne sich zu verdrehen oder die Schulter hochzuziehen.
- Mit der linken Hand erreicht das Kind die ersten Bünde, ohne das Handgelenk stark abzuknicken.
- Einzelne Töne in den ersten Bünden greift das Kind, ohne außergewöhnlich fest zu drücken.
- Die Töne klingen klar und schnarren nicht dauerhaft.
- Die Wirbel lassen sich gleichmäßig drehen.
Fragen Sie im Geschäft nach der tatsächlichen Mensur und danach, ob die Saitenlage geprüft wurde. Wenn Ihr Kind Unterricht nimmt, kann die Lehrkraft die Passform zusätzlich beurteilen. Das hilft besonders dann, wenn zwei Größen infrage kommen oder die Haltung bei der Probe noch unsicher wirkt.
